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Geschichtliche Fakten

Der Name " Bessarabien" wurde abgeleitet von dem ehemaligen walachischen Fürstengeschlecht der Basarab, die vom 14. bis 16. Jahrhundert ihre Herrschaft über diesen Landstrich ausdehnten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Name von der Landkarte gestrichen. Bessarabien ist aufgeteilt zwischen den Staaten Moldawien und der Ukraine. Das Gebiet hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich.

Aufgrund der geographischen Lage diente es vielen verschiedenen Völkern auf ihrem Wege zum Balkan und den östlichen Karpaten als Durchgangsgebiet.

Nomaden bevölkerten die Steppe. Goten ließen sich nieder bis zum Jahre 375, als die Hunnen ins Land einbrachen. Verschiedene Völkerstämme kamen von ihrem Weg aus Asien nach Europa vorbei, die sich teilweise mit anderen Volksgruppen vermischten und zurückblieben. Jahrhunderte lang lag das Steppenland brach. In neuerer Zeit stritten sich die Türken, Rumänen und Russen um das Land. Russland kam im "Frieden von Bukarest" 1812 in den Besitz Bessarabiens. Etwa 40 Jahre später, nach dem Krim-Krieg, kam Südbessarabien wieder unter die Herrschaft der Türken, die es 1878 an Russland abtreten mussten. Nach dem Ersten Weltkrieg 1918 besetzten die Rumänen das Land, bis diese Bessarabien l940 an Russland zurückgeben mussten.

Deutsche Besiedelung

Karte

Kaiserin Katharina II. rief 1763 die ersten Einwanderer aus Europa ins Land, schon ein Jahr später begann die Auswanderungswelle an die Wolga und nach und nach umfasste sie 100.000 Personen, die die Privilegien in Russland annehmen wollten.

Als Kaiser Alexander I. Napoleon und die Türken bezwungen hatte und auch Bessarabien besetzte, rief er deutsche Bauern ins brachliegende Land, um das von den Türken befreite Bessarabien landschaftlich zu erschließen. 1814 bis 1842 folgten 8.000 Einwanderer seinem Ruf nach Bessarabien. Freie Religionsausübung, Selbstverwaltung und Wehrdienstbefreiung lockten sie an. Die Siedler kamen aus Württemberg, Bayern, Hessen und Polen.

1817 waren meine Vorfahren dabei, die von Ulm aus auf der Donau ihre Reise antraten mit ihren Schiffen, den "Ulmer Schachteln". Sie ließen sich im Kogelniktal in Bessarabien nieder und gründeten dort ihr Dorf Teplitz.

Es entstanden 25 Mutterkolonien auf 150.000 ha Land. Danach breiteten sich Tochtergemeinden aus, sodass es schließlich 150 Dorfgründungen auf 300.000 ha Land waren.

Als 1874 die Wehrpflicht und die russische Sprache in den Schulen eingeführt wurde, veranlaßte dies viele junge Männer, nach Amerika auszuwandern. Während des Ersten Weltkrieges (1914-1918) wurden Deutsche als Soldaten zur russischen Armee verpflichtet. Verschleppung für die Bessarabiendeutschen nach Sibirien drohte. Die Waggons standen schon bereit, aber heftige Schneestürme verhinderten die Deportation.

Die Russische Revolution 1917 hatte zur Folge, dass am 24. Januar 1918 Bessarabien unabhängig wurde. Am 29. März 1918 wurde Bessarabien an Rumänien angegliedert und dadurch eine zweite drohende Deportation verhindert. 1940 besetzte die UdSSR Bessarabien. Somit war Bessarabien wieder unter russischer Herrschaft.

Mit der Umsiedlung 1940 endete die Geschichte für 93.000 Deutsche in Bessarabien, und ihr Leidensweg während des Zweiten Weltkrieges begann. 1940 bis 1943 erfolgte die Ansiedlung in Polen: im Warthegau und in Westpreußen. Wenige Jahre später, im bitterkalten Winter 1945, rückte die russische Front näher, und die Deutschen mußten die Flucht aus dem Osten ergreifen. Unter unermeßlichen Strapazen, wie Kälte, Hunger und Bombenhagel erreichten nur rund 60.000 Menschen Mecklenburg und Niedersachsen, dann vor allem Baden Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen. Ein Drittel kam unterwegs um. Heute sind die Überlebenden und ihre Nachkommen in allen deutschen Bundesländern, in den USA und Kanada verstreut.

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© Gerlinde Göhringer
mit Unterstützung von kuntner.de