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Johannes Harter feierte bei guter Gesundheit seinen 90.Geburtstag!

Ein langes Leben lang im Einsatz für den Nächsten

Zeitungsartikel 90er Geburtstag

Als Johannes Harter am 22.12.1914 in Teplitz/Bessarabien geboren wurde, war Krieg, der Erste Weltkrieg. Sein Vater, Johannes Harter, war an der Front in der Armee des russischen Zaren und schrieb seiner Frau Berta, geborene Böpple nach Hause: "Wenn es ein Junge wird, nenn´ ihn Johannes. Dann bleibt dem Hof der Namen erhalten, sollte ich nicht mehr zurück kehren." So geschah es und Johannes Harter wäre ein guter Nachfolger seines Vaters, der Landwirt und Wagner zugleich war, geworden im Land, das von seinen Vorfahren mühsam der Steppe abgerungen und in einen Garten Eden verwandelt worden war. Nach Beendigung des Krieges kehrte sein Vater unversehrt zurück.

Der Stammbaum Harter geht bis ins Jahr 1745 zurück. Laut diesem ist einer der Urväter, Johannes Harter, geboren 1772, mit seinem Sohn Johannes, geboren 1801, im Jahre 1817 nach Russland, in die Steppen Bessarabiens, ausgewandert.

Es sollte aber anders kommen. Russland trat den Gau Bessarabien an das Königreich Rumänien ab, was zur Folge hatte, dass die Staatsangehörigkeit gewechselt wurde und Johannes seinen Wehrdienst als rumänischer Soldat ableistete.

Johannes wuchs mit drei Geschwistern auf: Berta, Artur und Katharine. Allzu früh verstarb seine Mutter, eineinhalb Jahre vor der Umsiedlung. Trotzdem durchzieht sein Leben ein Band von glücklichen Ereignissen. Sein größter Glücksfall war, als er seine Frau Else, geborene Schaal, kennen lernte, mit der er nunmehr seit fast 65 Jahren sein Leben teilt.

1940 wurden die Bessarabiendeutschen laut Vertrag zwischen Hitler und Stalin umgesiedelt, zuerst mit Pferdegespann im Treck, dann auf dem Schiff Melk die Donau aufwärts, einige Zeit im Lager Semlin/Belgrad, Zugreise nach Sachsen in das Schloss Hubertusburg bei Oschatz, dann im Lager Tuschiner Wald bei Litzmannstadt/Lodz im Warthegau, weiter nach Polen/Westpreußen. Bei dieser Umsiedlung 1941 wurde Tochter Gerlinde geboren.

In Westpreußen betrieb Johannes eine Landwirtschaft. Er hatte das Glück, eine U.K. Stellung, d.h. er war unabkömmlich, zu haben, denn die Ernährung der Soldaten an der Front war wichtig. Im Jahre 1944 wurde Johannes dennoch von der Wehrmacht eingezogen und kam dann 1945 in russische Kriegsgefangenschaft, aus der er erst 1949 entlassen wurde.

1945 war Else Harter mit ihren Angehörigen auf der Flucht von Westpreußen über verschiedene Umwege und kam letztendlich 1946 nach Alfdorf bei Schwäbisch Gmünd.

Johannes und Else hatten getrennt Schlimmes und Gutes erlebt und hatten eine ungewisse Zukunft, bis die kleine Familie 1949 in Alfdorf vereint wurde. Tochter Gerlinde war schon sieben Jahre alt, als sie ihren geliebten Papa endlich wieder bekam.

Die Erlebnisse jener Zeit waren so umfangreich, dass sie zwei Bücher füllen, aufgeschrieben von der Tochter : "Wölfe heulen durch die Nacht - die Bessarabien-Story" und "Fußmarsch durch die Hölle".

In Alfdorf lebte sich die Familie recht schnell ein und startete einen Neuanfang. Die Ländereien waren zweimal verloren gegangen. So absolvierte Johannes eine Umschulung zum Maurerpolier. Ihm wurde die Organisation bei Bauprojekten und die Aufsicht der Arbeitskolonnen übertragen. Bei der Firma Bidlingmaier in Schwäbisch Gmünd arbeitete er, bis er in seinen verdienten Ruhestand ging. Wie geschätzt er war, zeigt sich, dass seine Firma ihm ein gutes Angebot unterbreitete und ihn für einige Zeit aus dem Ruhestand holte, um bei einer Sanierung von zwei denkmalgeschützten Häusern mitzuwirken.

1954 wurde Tochter Monika geboren, und das Glück war perfekt.

Johannes´ Frau Else hatte sich der Nächstenliebe verpflichtet und arbeitete als Krankenschwester im Spital zum Heiligen Geist, wo sie teilweise auch als Stationsschwester eingesetzt wurde. Unter dem Eindruck seiner in russischer Gefangenschaft gemachten Erfahrungen wollte sich Johannes in der Hilfe für Andere engagieren. Deshalb gründete er 1957 zusammen mit seiner Frau und wenigen Anderen die Ortsgruppe Alfdorf des Deutschen Roten Kreuzes und absolvierte die Landessanitätsschule in Pfalzgrafenweiler im Schwarzwald mit großem Erfolg, wo auch Else ihre Ausbildung erhielt.

Noch immer gehört sein Einsatz seiner Ortsgruppe. Mit nunmehr 90 Jahren lässt Johannes es sich nicht nehmen, bei Blutspendeaktionen die Blutabnahme zu überwachen. Die Ehrenbereitschaftsführer Else und Johannes Harter sind die letzten noch lebenden Gründungsmitglieder beim Ortsverein Alfdorf des DRK, dem sie noch heute angehören. Daher auch die Auszeichnungen und Ehrungen des als "die Seele des Roten Kreuzes`` bezeichneten Paares, die sie vom Kreisverband als auch vom DRK Landesverband Baden - Württemberg erhielten, darunter auch die Verdienstmedaille für besondere Leistungen. Johannes, der 30 Jahre lang als Erste Hilfe- und Sanitätsausbilder tätig war, erhielt das Ehrenzeichen vom ehemaligen Ministerpräsidenten Baden-Württembergs Lothar Späth.

Unter Anderem organisierte Johannes auch 1988 das erste Treffen der Stammfamilie Harter aus Teplitz/Bessarabien in Glems bei Reutlingen. Von hier aus sind seine Vorfahren einst ausgewandert.

Auch leistete Johannes zusammen mit seiner Frau aktive Hilfe für Aussiedler in allen Bereichen. Selbstverständlich, dass Johannes auch das Amt des Obmanns der Bessarabiendeutschen inne hat und auch stellvertretender Kreisobmann ist. Bis vor kurzem nahm er noch an Ausschußsitzungen im Obstbauverein und VDK teil und konnte im November die Verdienstmedaille des VDK- Landesverbandes entgegennehmen. Aus Altersgründen hat er jetzt seine zahlreichen Ämter abgelegt.

Johannes` Hobbies sind Gartenarbeit und Musizieren. Jahrelang wirkte er daher im Kirchenchor mit und ist auch seit 40 Jahren Förderndes Mitglied im Musikverein Alfdorf. Bei Feiern und Familienfesten trat das Ensemble Harter mit Balalaikas, Mandolinen und Gitarren, auch in der Öffentlichkeit auf und präsentierte heimatliche Klänge aus Bessarabien. Nach dem Tod seines Bruders Artur greift er jetzt am liebsten nach seiner Harmoschka und ist Alleinunterhalter.

Johannes Harter am 90. Geburtstag

Zu seiner Feier am 22.12. 2004 hatte sich ein großer Verwandten- und Bekanntenkreis eingefunden. Neben den beiden Töchtern mit Ehemännern kamen noch die vier Enkelinnen und ein Urenkel. Der Musikverein brachte ein Geburtstagsständchen. Tochter Gerlinde hatte eine Bildershow aus Johannes ´ Leben vorbereitet. Das schön gelungene Fest bereitete dem Jubilar, seiner Frau Else und allen Teilnehmern eine große Freude und wird allen in guter Erinnerung bleiben.

Und wie konnte es anders sein? Johannes hatte sich anstatt Sachgeschenken Geldspenden gewünscht, um seine Organisationen, mit denen er sehr verbunden ist, zu unterstützen: sein Ortsverein DRK sowie die Landsmannschaft der Bessarabiendeutschen.

Alfdorf ist stolz auf einen Mitbürger wie Johannes Harter und gratulierte aufs herzlichste, wohl wissend, dass ein Teil seines weiträumigen Herzens immer der alten Heimat gehören wird.

Unser Vater Johannes ist trotz vieler Widrigkeiten in seinem bewegten Leben eine Frohnatur geblieben und hat voller Tatendrang immer wieder einen Neuanfang gestartet. Seine ganze Familie ist dankbar, dass wir mit ihm seinen 90. Geburtstag feiern durften. Wir wünschen unserem Vater und unserer Mutter weiterhin das Beste und Gottes reichen Segen im Kreise unserer Familie.

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© Gerlinde Göhringer
mit Unterstützung von kuntner.de